Bei Oma schmeckt’s am besten, nicht wahr? Und trotzdem kochen Senior:innen mit zunehmenden Alter weniger selbst, worunter auch eine gesunde Ernährung leidet, wie eine Statistik der Deutschen Gesellschaft für Seniorenberatung zeigt. Die einen schränkt Krankheit ein, andere verlieren die Motivation, für sich zu kochen, nachdem der Partner oder die Partnerin verstorben ist, und in Pflegeheimen werden die Bewohner:innen mit Essen versorgt.
Dabei hat es viele Vorteile, noch lange selbst zu kochen. Nicht nur freuen sich Enkelkinder, Partner:innen und Freund:innen über leckere Mahlzeiten. Wer gemeinsam am Herd steht, erlebt Gemeinschaft, denn selber kochen, vom Einkauf übers Schnippeln, Rühren, Braten bis zum Abwasch, hilft im Alter, die müden Muskeln zu bewahren. Und, das zeigt eine neue Studie, es schützt sogar das Gehirn vor Demenz.
Die Studie
Knapp 11.000 Menschen ab 65 Jahren haben in Japan an der Studie teilgenommen, die insgesamt über sechs Jahre lief. Über die Zeit wurden 1.195 Fälle von Demenz registriert. Aber wie hängen diese nun mit dem Kochverhalten zusammen? Zu Beginn der Studie sollten die Teilnehmenden folgende zwei Fragen beantworten: Wie oft kochen Sie selbst? – Fertiggerichte zählten nicht. Und: Wie gut können Sie kochen? Die Kochfertigkeiten wurden anhand von sieben Aufgaben bewertet, vom Schälen von Obst und Gemüse bis hin zum Kochen einer Misosuppe oder eines Eintopfs.
Dabei zeigte sich: Man muss für gesundheitliche Vorteile gar nicht täglich kochen. Wer mindestens einmal pro Woche selbst kochte, hatte ein deutlich niedrigeres Demenzrisiko als Menschen, die seltener kochten – bei Männern sank es um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Besonders auffällig war der Effekt bei Personen mit geringen Kochkünsten. Ihr Risiko sank sogar um 67 Prozent.
Die Forschenden vermuten, dass das Kochen für Ungeübte eine besonders stimulierende kognitive Herausforderung darstellt – ähnlich wie das Erlernen einer neuen Fähigkeit. Um auszuschließen, dass auch andere Verhaltensweisen das Ergebnis beeinflussen konnten, hat die Studie diverse Störfaktoren beachtet, darunter Bildung, Lebensstil, Einkommen sowie Alkohol- und Tabakkonsum. Laut den Studienautor:innen bleiben die Ergebnisse auch über solche Unterschiede valide.
Was bringt’s?
In Deutschland leben mehr als 900.000 Menschen in Pflegeheimen – und in den meisten Einrichtungen wird für sie gekocht. Die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Kochen und Demenz könnten dazu beitragen, dass Menschen auch in Altenheimen ab und zu zum Selberkochen ermutigt werden. So könnten etwa explizit Kochkurse angeboten werden – was nebenbei auch ein gutes Mittel gegen Einsamkeit sein könnte. Und wer jetzt Lust bekommen hat: Wie wäre es beim nächsten Besuch bei den Großeltern mit einem gemeinsamen Kochabend?







