+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Hegseth schätzt Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar 

Versorgungsängste treiben Ölpreise hoch

Sorgen vor weiteren Versorgungsunterbrechungen treiben die Ölpreise nach ‌oben. Ein Fass der Nordseesorte Brent-Rohöl verteuert sich um rund zwei Prozent auf 92,85 Dollar. Der Preis für US-Rohöl WTI klettert um 1,9 Prozent auf 85,95 Dollar je Fass. Die Ölpreise nähern ‌sich damit ihrem höchsten Stand seit sechs Wochen. US-Streitkräfte hatten ⁠in der elften Nacht in Folge iranische Militärziele angegriffen, während Öltanker im Roten Meer ‌nach Warnungen ‌vor Angriffen ⁠der von Iran unterstützten Huthi-Miliz umkehrten. (rtr)

Weitere Hinrichtung nach Protesten in Iran

In Iran ist im Zuge einer Hinrichtungswelle abermals ein Mann im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar exekutiert worden. Dem Mann sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten Anfang des Jahres an einem bewaffneten Aufstand beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Wann das Todesurteil genau vollstreckt wurde, ging aus dem Bericht nicht hervor. Die letzten Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Protesten erfolgten offiziellen Angaben nach am Sonntag. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 25 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. (dpa)

Hegseth schätzt Kosten auf 37,5 Milliarden Dollar

Der Krieg der USA gegen Iran hat die Vereinigten Staaten nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth bislang 37,5 Milliarden Dollar gekostet. Hegseth nannte die neue Schätzung am Dienstag bei einer Anhörung im Senat, bei der es um einen 95 Milliarden Dollar schweren Nachtragshaushalt ging, mit dem die Republikaner das Militär stärker ausstatten und Hilfen für Landwirte sowie Wahlgesetzänderungen finanzieren wollen. Zugleich verteidigte er die beantragten zusätzlichen 67 Milliarden Dollar für das Pentagon. Das neue Geld sei „dringend“ notwendig, um die Kosten für den Irankrieg bis Ende September zu decken.

An mehreren Stellen wurde die Rede Hegseths von Demonstranten unterbrochen. Der Minister erklärte, die zusätzlichen Kriegsmittel seien dringend notwendig. Ohne sie drohe ein kritischer Mangel. Die demokratische Senatorin Patty Murray warnte vor einem „weiteren endlosen Krieg“. Der Konflikt gerate bereits wieder außer Kontrolle. US-Präsident Donald Trump habe mehr als 40 Mal behauptet, dass ein Deal nahe sei und der Krieg bald beendet werde. Nun bitte er um weitere Milliarden und das Vertrauen, dass sich alles zum Guten wenden werde. (ap/dpa)

Insider: USA und Saudi-Arabien vor Atom-Pakt ohne wichtige Schutzklauseln

Die Regierung von US-Präsident ‌Donald Trump will dem Kongress Insidern zufolge in Kürze ein Abkommen zur nuklearen Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien vorlegen, dem jedoch wichtige Schutzklauseln zur Verhinderung eines Atomwaffenprogramms fehlen. Demnach soll in den kommenden Tagen ein sogenanntes 123-Abkommen eingereicht werden, das von US-Energieminister Chris Wright ‌und seinem saudischen Kollegen Abdulaziz bin Salman unterzeichnet werden soll. Es ist die Voraussetzung dafür, dass US-Firmen das Königreich beim Aufbau einer zivilen Atomindustrie unterstützen dürfen. Den Insidern zufolge fehlt in dem Abkommen der sogenannte „Gold-Standard“. Dieser würde dem Königreich die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen untersagen – beides sind mögliche Wege zur Entwicklung von Atomwaffen.

Zudem sei das „Zusatzprotokoll“ nicht ‌enthalten, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weitreichende und unangemeldete Inspektionen ermöglicht. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten dem „Gold-Standard“ in einem ähnlichen Abkommen ⁠mit den USA im Jahr 2009 zugestimmt. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in der Vergangenheit erklärt, sein Land werde nachziehen, sollte der regionale Konkurrent ‌Iran eine ‌Atombombe entwickeln. Dies schürt bei Rüstungskontrolleuren ⁠und einigen US-Abgeordneten die Sorge vor einem Wettrüsten in der Region. Zahlreiche Demokraten und auch einige ‌Republikaner hatten darauf bestanden, dass ‌ein Abkommen mit Saudi-Arabien die Schutzklauseln enthalten müsse. (rtr)

USA beenden jüngste Angriffswelle gegen Iran – Explosionen in Teheran

Die USA haben nach eigenen Angaben ihre elfte Angriffswelle gegen Iran abgeschlossen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte mit, die jüngsten Angriffe hätten unter anderem Flugzeughallen und Lagerstätten für Drohnen getroffen. Die Mitteilung erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor angekündigt hatte, die Angriffe würden verstärkt. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Mittwoch, dass die Luftabwehr rund um die Hauptstadt Teheran aktiviert worden sei. Die Meldung des Staatsfernsehens deutet darauf hin, dass US-Kampfflugzeuge den Raum Teheran ins Visier genommen haben.

In der Region befinden sich unter anderem Militärstützpunkte, Einrichtungen des iranischen Raketenprogramms sowie Anlagen, die mit hochrangigen Regierungsvertretern in Verbindung stehen. Unklar blieb zunächst, welches konkrete Ziel die USA bei dem Einsatz in der Region der Hauptstadt angegriffen haben. Die USA und Iran liefern sich seit Tagen gegenseitige Angriffe. Dabei haben beide Seiten auch zivile Infrastruktur ins Visier genommen. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete Angriffe auf zivile Einrichtungen als „inakzeptabel“ und als Verstoß gegen das Völkerrecht. (ap)

Flugabwehr aktiviert: Erstmals wieder Explosionen in Teheran

Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Irankrieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete. Parallel zu den Explosionen in Teheran informierte das US-Militär über eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele in Iran. Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte wieder Ruhe – und das US-Militär gab das Ende seiner Angriffswelle bekannt. (dpa)

US-Militär: Dritte Soldatin nach iranischem Angriff vermutlich tot

Das US-Militär geht nach einem iranischen Angriff auf einen Stützpunkt in Jordanien vom mutmaßlichen Tod einer dritten Soldatin aus. Bei der Soldatin handelt es sich demnach um eine 28-Jährige aus dem Bundesstaat New York. Damit steigt die Zahl der seit Beginn des Krieges getöteten US-Militärangehörigen auf 18. Das Pentagon hatte zuvor bereits den Tod eines 25-jährigen Soldaten aus dem Bundesstaat Hawaii und einer 19-jährigen Soldatin aus Texas bestätigt.

Die Soldaten waren zur Unterstützung eines US-Einsatzes gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in der Region stationiert und am Freitag nach Angaben des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom) bei iranischen Angriffen auf den Stützpunkt in Jordanien getötet worden. Es handelt sich demnach um die ersten Todesfälle unter US-Truppen durch direkte Angriffe Irans seit Beginn des Krieges. (ap)

US-Armee meldet „elfte Nacht in Folge“ Angriffe auf Iran

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben „die elfte Nacht in Folge“ Angriffe auf Iran gestartet. „Die Angriffe zielen darauf ab, die Fähigkeit Irans, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X. Die neue Angriffswelle habe am Mittwochmorgen um 01.00 Uhr (MESZ) begonnen. Genaue Ziele wurden von Centcom nicht genannt.

US-Präsident Donald Trump hatte Iran zuvor weitere Angriffe angedroht. Die USA seien mit Iran „noch lange nicht fertig“, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus in Washington. Unter anderem drohte er mit Angriffen auf die in der Nähe von Natans gelegene Atomanlage Pickaxe Mountain: „Wir werden dieses Gebiet ziemlich bald und sehr hart angreifen.“ Trump fügte hinzu, normalerweise würde er keine Ziele für Angriffe bekanntgeben, doch Iran könne „nichts dagegen tun“. Westliche Geheimdienste vermuten, dass Iran in der tief unter der Erde gelegenen Nuklearanlage Pickaxe Mountain eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet. (afp)

Iran droht bei US-Angriff auf Atomanlagen mit Eskalation

Iran hat als Reaktion auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit heftigen Gegenangriffen in der Region gedroht. Sollten die USA iranische Atomanlagen oder andere „sensible Einrichtungen“ angreifen, werde Teheran dies als Ausweitung des Krieges auf die gesamte Region werten, erklärte das zentrale Hauptquartier „Chatam Al-Anbija“, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt, wie staatliche Medien berichteten.

„Alle Interessen der Vereinigten Staaten, ihrer Verbündeten und ihrer Unterstützer werden zu Zielen kraftvoller Angriffe der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran“, hieß es in der Erklärung. Ein Angriff auf Nuklearanlagen oder andere sensible Einrichtungen würde demnach eine schwerwiegende Eskalation darstellen. (ap)

US-Generalstabschef Caine räumt Grenzen von Luftangriffen ein

Der US-Generalstabschef Dan Caine hat angesichts der Debatte über die aktuellen Angriffe auf Iran vor einer Überschätzung der Luftwaffe gewarnt. Ein militärischer Erfolg lasse sich nicht allein aus der Luft erzielen. „Wenn man die gesamte Geschichte betrachtet, dann hat Luftmacht ihre Grenzen, und dessen müssen wir uns immer bewusst sein“, sagte Caine. „Ich denke, die besondere Stärke Amerikas liegt darin, dass wir das gesamte Spektrum diplomatischer, informationeller und wirtschaftlicher Mittel mit militärischer Macht verbinden. Und in all diesen Bereichen wird derzeit intensiv gearbeitet.“

Auf die Frage, ob als Nächstes Bodenkämpfe in Betracht gezogen werden könnten, wollte Caine keine Antwort geben. Zuvor hatte ihn Senator Jack Reed, Demokrat aus Rhode Island, auf die voraussichtlichen Kosten eines Einsatzes von Bodentruppen angesprochen. Später erklärte der General: „Iran wird auch künftig eine Herausforderung bleiben.“ (ap)

Trump sagt libanesischem Präsidenten Unterstützung bei Friedensbemühungen mit Israel zu

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch seines libanesischen Amtskollegen Joseph Aoun im Weißen Haus dem Libanon Unterstützung bei seinen Bemühungen um einen Frieden mit Israel zugesagt. Der Libanon sei „sehr schlecht behandelt“ und seit Jahrzehnten „hart getroffen“ worden, sagte Trump an der Seite von Aoun im Oval Office am Dienstag vor Journalisten. Der Libanon sei „wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht ein gefährlicher Ort“, sagte Trump weiter. „Aber sie lieben ihr Land und wir werden ihm helfen. Wir werden ihm sehr helfen“, betonte er.

Aoun forderte seinerseits, dass die libanesischen Streitkräfte (LAF) unterstützt werden müssen. „Ohne die LAF wird alles zusammenbrechen“, sagte er. Die Armee sei das „Rückgrat der Sicherheit und Stabilität“ des Landes. Aoun bedankte sich bei seinem Gastgeber zudem für den „historischen Besuch und den gemeinsam mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens erzielten historischen Erfolg“. Sein oberstes Ziel sei es, „den Zustand der Feindschaft zwischen dem Libanon und Israel ein für alle Mal zu beenden“, erklärte er. (afp)

Trump kündigt Wiederaufnahme von Direktflügen in den Libanon an

US-Präsident Donald Trump will amerikanischen Fluggesellschaften erstmals seit mehr als 40 Jahren wieder Direktflüge in den Libanon erlauben. Er habe seine Regierung angewiesen, entsprechende Verbindungen zuzulassen, teilte Trump nach einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus am Dienstag mit. Amerikaner sollten das Land künftig wieder leichter besuchen können, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Welche Fluggesellschaften Verbindungen aufnehmen könnten und wann die ersten Flüge starten sollen, blieb zunächst offen.

Direktflüge zwischen den USA und dem Libanon waren 1985 unter Präsident Ronald Reagan ausgesetzt worden. Vorausgegangen war die Entführung eines Passagierflugzeugs durch Terroristen mit Verbindungen zur Hisbollah. Die Ankündigung erfolgte wenige Stunden nach Aouns Gespräch mit Trump. Es war der erste Besuch eines libanesischen Präsidenten im Weißen Haus seit 2009. Trump sagte dem Libanon umfangreiche Unterstützung zu, nannte jedoch keine konkreten Maßnahmen. (ap)

Trump wälzt Verantwortung für Tod von US-Soldaten in Jordanien ab

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Tod von US-Militärangehörigen bei iranischen Angriffen in Jordanien eine Verantwortung Washingtons zurückgewiesen. Bei den Angriffen in Jordanien sei etwas durchgerutscht, erklärte er am Dienstag vor Journalisten. Wäre jemand anderes für die Abwehr zuständig gewesen, legte der Republikaner nahe, „wäre es nicht passiert“.

Die USA hätten fast alles abgefangen. Wenn man jedoch andere die eigene Arbeit erledigen lasse, gehe das „manchmal nicht so gut aus“. Wer aus seiner Sicht für den Schutz von US-Truppen in Jordanien zuständig ist, führte Trump nicht aus. Das Weiße Haus reagierte nicht umgehend auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AP um zusätzliche Angaben. (ap)

Guterres warnt vor Wirtschaftsfolgen der Eskalation am Golf

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor den wirtschaftlichen Folgen der militärischen Eskalation in Iran und in der weiteren Golfregion gewarnt. Der Konflikt erhöhe den Druck auf Handel und Transport sowie auf die Preise für Treibstoff und andere Rohstoffe, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag. Angriffe auf zivile Infrastruktur seien inakzeptabel und verstießen gegen das Völkerrecht, erklärte Dujarric.

Attacken auf für die Bevölkerung lebenswichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser und die Wasserversorgung müssten sofort aufhören. Guterres und sein persönlicher Gesandter Jean Arnault bezeichneten die Lage als äußerst instabil. Guterres bekräftigte, dass es für den Konflikt keine militärische Lösung gebe. Er forderte die sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus und verstärkte Bemühungen um eine friedliche Einigung. (ap)

Trump: Derzeit kein Interesse an Gesprächen mit Teheran

US-Präsident Donald Trump hat möglichen Verhandlungen mit Iran über ein Ende des Krieges vorerst eine Absage erteilt. Teheran wolle zwar dringend Gespräche führen, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus. Solange die iranische Führung jedoch nicht zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei, hätten die USA kein Interesse an einem Treffen. Vertreter Irans hätten in Gesprächen hinter den Kulissen deutlich gemacht, dass sie den Krieg beenden wollten, sagte Trump. Als Grund nannte er die schweren US-Angriffe auf das Land. Die Islamische Republik werde militärisch massiv geschwächt. (ap)

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