Nach Burnhams Abschied: Manchester bleibt in Labour-Hand

Andy Burnham stieg zum britischen Premierminister auf – deshalb musste in Manchester neu gewählt werden. Die neue Bürgermeisterin ist eine Parteikollegin.

dpa | Die britische Regierungspartei Labour behält auch nach dem Aufstieg von Andy Burnham zum Premierminister das Bürgermeisteramt der Metropolregion Manchester. Die Labour-Kandidatin Bev Craig gewann die nötig gewordene Nachwahl in der zweiten Runde der Auszählung der Stimmen deutlich vor der Kandidatin der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Sian Astley.

„Ich fühle mich geehrt, ich bin demütig und ich bin bereit, den drei Millionen Menschen zu dienen, die in dieser großartigen Stadtregion leben“, sagte Craig. „Als Mädchen, das in einer Sozialwohnungssiedlung aufgewachsen ist, hätte ich nie geglaubt, dass ich eines Tages die Chance haben würde, für den Ort zu kandidieren, den ich liebe.“

Die bisherige Vorsitzende des Stadtrats von Manchester war als Favoritin gehandelt worden, erreichte aber nach der ersten Auszählung nicht die nötigen 50 Prozent der Stimmen, sodass die Zweitstimmen von den Wahlzetteln der ausgeschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten hinzugezogen werden mussten. Craig kam laut BBC kombiniert auf 309.525 Stimmen, Astley auf 157.178. Die Wahlbeteiligung war mit rund 25 Prozent niedrig.

Manchester eng an Regierungsgeschäfte in London geknüpft

Die neue Bürgermeisterin wird künftig eng mit Burnham zusammenarbeiten. Der 56-Jährige lenkt die Regierungsgeschäfte des Vereinigten Königreichs nicht nur aus London, sondern auch aus der von ihm geschaffenen Außenstelle in Manchester, der sogenannten „No 10 North“.

Die Außenstelle soll auch symbolisch für Burnhams Vorhaben stehen, mehr Macht und Entscheidungsbefugnisse in die Regionen zu bringen. Der als „König des Nordens“ bezeichnete Labour-Politiker gilt als große Hoffnung der Regierungspartei dafür, aus der monatelangen Krise unter Ex-Premier Keir Starmer herauszukommen.

Als Bürgermeister hatte sich Burnham in Greater Manchester über Jahre den Ruf eines Machers aufgebaut. Das Image des „local lad“ (etwa: Junge von nebenan) verhalf dem 56-Jährigen zu großer Popularität in der Region und im gesamten Vereinigten Königreich.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Rechtsextremer Anschlag in Frankreich: Behalten Sie Pengo Bossio Wangi in Erinnerung!
    • October 30, 2026

    Während die Proteste in Frankreich die Schlagzeilen bestimmen, geht ein rassistischer Terrorakt im Land unter. Das befeuert die Gewalt. mehr…

    Weiterlesen
    Kochen mit Körnern: Sesam, röste dich!
    • October 30, 2026

    Er ist der natürliche Booster für fades Essen: Sesam. Ob süß oder salzig – hier ein paar Ideen, was man mit ihm anstellen kann. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Rechtsextremer Anschlag in Frankreich: Behalten Sie Pengo Bossio Wangi in Erinnerung!

    • 12 views
    Rechtsextremer Anschlag in Frankreich: Behalten Sie Pengo Bossio Wangi in Erinnerung!

    Kochen mit Körnern: Sesam, röste dich!

    • 12 views
    Kochen mit Körnern: Sesam, röste dich!

    Neuer Substack-Boom: Wie eine Überdosis Brokkoli

    • 14 views
    Neuer Substack-Boom: Wie eine Überdosis Brokkoli

    Prämenstruelle dysphorische Störung: Zehn Jahre ohne Diagnose

    • 14 views
    Prämenstruelle dysphorische Störung: Zehn Jahre ohne Diagnose

    Quinn Slobodian über Trump und Big Tech: „Wir müssen herausfinden, was wir stattdessen wollen“

    • 12 views
    Quinn Slobodian über Trump und Big Tech: „Wir müssen herausfinden, was wir stattdessen wollen“

    Nach den Parlamentswahlen in Serbien: Ich atme anders

    • 12 views
    Nach den Parlamentswahlen in Serbien: Ich atme anders