Romane über Sex, Drogen und Entfremdung: Japanischer Schriftsteller Ryu Murakami gestorben

Mit seinen provokanten Werken sprach Ryu Murakami vor allem ein junges Publikum an. Nun ist der japanische Schriftsteller im Alter von 74 Jahren gestorben.

afp | Der durch seine von Sex, Drogen, Entfremdung und Gewalt geprägten Romane bekannt gewordene japanische Schriftsteller Ryu Murakami ist im Alter von 74 Jahren gestorben. „Wir sind zutiefst betrübt angesichts des Todes von Ryu Murakami, der während seiner Karriere unermüdlich provokante Werke für ein jüngeres Publikum veröffentlicht hat“, erklärte sein Verlag Gentosha am Freitag. Die Bücher Ryu Murakamis wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche.

Unter seinen bekanntesten Werken ist sein erster Roman „Blaue Linien auf transparenter Haut“. Er schildert den Niedergang einer rebellierenden Jugend inmitten von Exzessen und wurde 1976 mit dem Akutagawa-Preis ausgezeichnet, einem der renommiertesten Literaturpreise Japans.

In „Coin Locker Babys“ aus dem Jahr 1980 schildert der Autor das Schicksal von Kindern, die in Gepäckschließfächern eines Bahnhofs zurückgelassen worden sind und sich in der Unterwelt von Tokio durchschlagen. Sein späteres Buch „In der Misosuppe“ begleitet einen Touristen durch das Rotlichtviertel der japanischen Hauptstadt.

Gentosha erklärte, Murakami sei „als Vorreiter seiner Zeit mit voller Kraft durchs Leben gegangen“.

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