Gewalt gegen Obdachlosenhilfe in Berlin: Erneuter Brandanschlag auf Kältebus

Wieder wird in Berlin ein Kältebus angezündet, diesmal wird ein Verdächtiger gefasst. Seit dem erstem Anschlag gibt es Solidarität – und Ersatzbusse.

Nachdem vor wenigen Tagen bereits einer der drei Kältebusse der Berliner Stadtmission brannte, ist am Donnerstagnachmittag ein weiterer in Flammen aufgegangen. Diesmal konnten Sicherheitsmitarbeiter der Stadtmission einen mutmaßlichen Täter der Polizei übergeben.

Auf einem Parkplatz im Ortsteil Moabit nahe der Zentrale der Stadtmission bemerkten MitarbeiterInnen einen Mann, der mit einem Kanister am Kältebus zugange war. Kurz darauf brannte vorn der Motorraum, was auch die Reifen beschädigte. „Der Wagen ist nicht mehr fahrbereit“, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag der taz. Der Brand ereignete sich nach Angaben der Polizei am Neujahrstag um 14.30 Uhr. Die Mitarbeitenden der Stadtmission konnten die Flammen vor Eintreffen der Feuerwehr löschen und den Tatverdächtigen festhalten, bis die Polizei eintraf.

Es sind hauptsächlich Ehrenamtliche, die für den Kältebus arbeiten. Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission sagte der taz: „Im Team ist erstmal Erleichterung zu spüren, dass der mutmaßliche Täter gefasst ist. Wir hoffen, dass die Anschlagsserie vorbei ist. Es ist toll, wie sehr die KollegInnen zusammengehalten haben und wie umsichtig sie reagiert haben.“

Die Polizeisprecherin sagte, der mutmaßliche Täter werde im Laufe des Freitags einem Haftrichter vorgeführt. Ein Alkoholtest habe bei dem 43-Jährigen einen Promillewert von 1,6 Prozent ergeben, so die Polizei. Die Ermittlungen laufen.

Große Hilfsbereitschaft

Nach dem ersten Brand am vergangenen Sonntag hatte die Berliner Stadtmission viele Angebote für Ersatzbusse erhalten, wie Breuer erzählt. „Wir erleben eine breite Solidarität in der Gesellschaft. Eine ehemalige Kollegin hat sofort gespendet. Die Deutsche Bahn hat uns 70.000 Euro versprochen“, sagte sie.

Vorübergehend stelle die Gebewo, ein gemeinnütziger Träger der Wohnungsnotfall- und Eingliederungshilfe, einen Bus zur Verfügung. „Dann hatten wir einige Angebote für Ersatzbusse abgelehnt, die wir jetzt erneut prüfen. Die Saison kann auf jeden Fall gut fortgeführt werden“, zeigte sich Breuer optimistisch.

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