Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Hunde eigentlich kitzlig?

Und ob! Aber es ist wie bei uns Menschen: Der eine Hund ist kitzliger, der andere fast gar nicht. Der eine nur an den Fußsohlen, der andere mehr am Bauch, am hinteren Rücken, an den Ohren oder unter den Achseln. Woran liegt das? Und was ist Kitzeln überhaupt? Gar nicht so leicht zu beantworten!

So richtig wissen selbst die klügsten Forschenden bis heute nicht, was es mit der Kitzeligkeit auf sich hat. Klar ist, dass sowohl wir Menschen als auch Hunde und viele andere Tiere jede Menge winziger Sensoren in der Haut haben, die Berührungen wahrnehmen. Diese „Kitzelsensoren“ treten an einigen Körperstellen geballt auf. Wenn dich da jemand killert, senden sie ein Signal an dein Gehirn: „Achtung, Berührung!“ Aber erst das Gehirn deutet die Information als Kitzeln und reagiert mit Lachen. Das weiß man, weil man das Kitzelsignal auch ohne Berührung, nur mit elektrischer Reizung des Gehirns auslösen kann. Zumindest bei Ratten, die auch ziemlich kitzelig sind.

Du hast sicher schon gemerkt, dass du dich nicht selbst kitzeln kannst. Berührungen, mit denen du deine Freunde zum Prusten bringst, ringen dir nicht mal ein müdes Lächeln ab. Dieselben Reize auf der Haut werden von deinem Gehirn also ganz unterschiedlich verarbeitet. Wenn der Reiz von dir selbst kommt, ist er deinem Gehirn völlig egal.

Mensch ist für Hund Ersatz für andere Hunde

Daraus lässt sich schließen, dass Kitzeln und Kitzeligkeit zu unserem Zusammenleben mit anderen Menschen gehören – oder eben mit Hunden. Hunde und Menschen verstehen sich ja deshalb so gut, weil der Hund den Menschen als Teil seiner Familie sieht und umgekehrt oft auch. Der Mensch ist für den Hund also ein Ersatz für andere Hunde.

Wenn Hunde, Katzen oder Ratten miteinander herumtollen, lösen sie dabei auch Kitzelgefühle bei den Spielkameraden aus. Der Mensch kann diese Rolle einfach übernehmen. Ratten laufen der Hand, die sie gekitzelt hat, oft sogar begeistert hinterher, weil sie mehr davon wollen. Und auch viele Hunde geben deutlich zu verstehen, dass sie Kitzeln mögen – im Internet wimmelt es vor Videos mit durchgekitzelten Hunden, die sehr zufrieden wirken. Oft zucken sie dabei lustig mit den Beinen, manche Hunde geben sogar Spiellaute von sich, die man durchaus als Lachen deuten kann.

Allerdings gilt bei Hund wie bei Mensch: Schnell kann einem das Kitzeln zu viel werden, und man empfindet es dann als unangenehm oder sogar quälend. Kitzeln kann ein großer Spaß sein, solange man es nicht übertreibt. Also immer gut auf die Signale des Hundes achten, wenn du ihn kitzelst.

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