Nach Analyse von Proben: Nawalny wurde wohl in russischer Haft vergiftet

Deutschland und andere europäische Staaten werfen dem Kreml vor, Alexej Nawalny vergiftet zu haben. Dazu soll die Staatsführung Epibatidin von Pfeilgiftfröschen verwendet haben.

ap | Deutschland und vier andere europäische Staaten haben Russland vorgeworfen, Oppositionsführer Alexej Nawalny vergiftet zu haben. Die Analyse von Proben Nawalnys habe „das Vorhandensein von Epibatidin eindeutig bestätigt“, das in Pfeilgiftfröschen in Südamerika vorkommt, erklärten die Außenministerien Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Schwedens und der Niederlande am Samstag. Nur Russland verfüge über die Mittel für ein solches Vorgehen, habe ein Motiv und missachte das Völkerrecht.

Nawalny galt als schärfster Gegner von Präsident Wladimir Putin und bekämpfte Korruption in der Regierung. Er organisierte massive Proteste gegen die Regierung. Vor knapp zwei Jahren starb er in einer Strafkolonie in der Arktis. Dort verbüßte er eine 19-jährige Haftstrafe, die er für politisch motiviert hielt.

Nawalnys Witwe, Julia Nawalnaja, sagte bereits im vergangenen Jahr, zwei unabhängige Labore hätten festgestellt, dass ihr Mann kurz vor seinem Tod vergiftet worden sei. Nawalnaja hat Putin wiederholt für den Tod Nawalnys verantwortlich gemacht.

Russische Stellen bestreiten das. Drei Wochen nach Nawalnys Tod erklärte der russische Geheimdienst, der Oppositionspolitiker sei eines natürlichen Todes gestorben. Er nannte aber keine konkrete Ursache.

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