+++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ geschlossen

Angriffe mit Raketen und Drohnen

Nach nächtlichen Angriffen des US-Militärs gegen den Iran herrschte in den frühen Morgenstunden in mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten Alarm.

In Bahrain ertönten in den frühen Morgenstunden wieder die Warnsirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten wieder unter Beschuss. Dort würden Angriffe mit Raketen und Drohnen aus dem Iran abgewehrt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Katastrophenschutz warnte die Bewohner vor einer Bedrohung durch Raketen.

Das Innenministerium von Katar teilte auf der Plattform X mit, die Sicherheitslage sei ernst. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe einen Raketenangriff abgewehrt. Der katarische Nachrichtenkanal Al Jazeera berichtete dann, Anwohner seien benachrichtigt worden, dass die Gefahr vorüber sei.

Auch im kleinen Golfstaat Kuwait meldete die Armee „feindliche Ziele“ im eigenen Luftraum. Bei Explosionen handle es sich um Flugabwehr, die Angriffe abwehre. Einwohner wurden aufgerufen, Schutz zu suchen. (dpa)

Gespräche über Straße von Hormus ohne Durchbruch

Der Iran und der Oman haben ihre Gespräche über die Straße von Hormus ohne Durchbruch beendet. Beide Länder hätten beschlossen, die Gespräche auf politischer sowie technischer Ebene fortzusetzen, „um zu einer gemeinsamen Verständigung über die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt“ in der Meerenge zu gelangen, hieß es in einer Erklärung des iranischen Außenministeriums.

Nach Angaben aus Teheran nahm auch eine Delegation des Golfstaats Katar an dem Format in der omanischen Hauptstadt Maskat teil. Katar trat den Angaben nach als Vermittler zwischen dem Iran und den USA auf. (dpa)

Iranische Tageszeitung fordert Rache

Eine auflagenstarke Tageszeitung im Iran hat eine Infografik mit Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht. Auf ihrer Website publizierte das Blatt „Hamshahri“ aus der Hauptstadt Teheran eine Collage, die US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt.

Auf der Infografik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu sehen, allesamt in orangefarbenen Shirts, wie sie für US-Häftlinge typisch sind. Unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, betitelt die Zeitung den Onlineartikel. „Die Verbrecher werden den Wunsch nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen“, heißt es in der Grafik.

Am Samstag hatte Irans Führung Vergeltung für die Tötung des Ende Februar getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde. (dpa)

Kuwait meldet Beschuss und aktiviert Luftabwehr

Inmitten der iranischen Angriffswelle auf Ziele in den Golfstaaten hat Kuwait seine Luftabwehr aktiviert. „Der Generalstab der Armee weist darauf hin, dass alle zu hörenden Explosionsgeräusche darauf zurückzuführen sind, dass Luftabwehrsysteme feindliche Angriffe abwehren“, erklärte das kuwaitische Militär am Sonntag in Onlinediensten. (afp)

Iran wirft USA Vertragsbruch vor und droht

Der Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.

Auch Irans Militär warf US-Präsident Donald Trump vor, Zusagen nicht einzuhalten. „Die Amerikaner versuchen, südlich der Straße von Hormus eine regelwidrige Route durchzusetzen, die der mit der Islamischen Republik Iran unterzeichneten Vereinbarung widerspricht“, sagte Militärsprecher Amir Akraminia laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.

Gemäß dem Rahmenabkommen liege die Verantwortung beim Iran, sagte Akraminia weiter. Teheran bemühe sich gemeinsam mit dem Golfstaat Oman, „eine gemeinsame Verständigung und gemeinsame Regelungen in der Region durchzusetzen“. (dpa)

Iran: Revolutionsgarden greifen weiteres Schiff an

Der Iran hat nach eigenen Angaben ein weiteres Schiff in der Straße von Hormus angegriffen. „Ein zweites Schiff, dem Verstöße gegen die Vorschriften in der Straße von Hormus vorgeworfen werden, wurde angegriffen“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag in einer vom Staatsfernsehen und der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung. Sie griffen demnach außerdem einen US-Stützpunkt in Katar mit Raketen an.

Die Revolutionsgarden hatten bereits am frühen Sonntagmorgen nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ in der Straße von Hormus befahren habe. Sie verkündeten zudem die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge.

Die US-Armee startete daraufhin neue Angriffe auf den Iran und nahm dabei nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele ins Visier. Der Iran führte Vergeltungsangriffe auf mehrere Länder in der Region aus. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar wurde am Sonntag Alarm ausgelöst. (afp)

US-Militär: Angriffswelle im Iran beendet

Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge seine jüngste Angriffswelle gegen den Iran beendet. Die Attacke sei ein Vergeltungsschlag für den Angriff auf ein weiteres Handelsschiff in der Straße von Hormus gewesen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Nach einer früheren Centcom-Mitteilung handelte es sich dabei um das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“.

Insgesamt habe Centcom während der drei Angriffswellen binnen einer Woche auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump mehr als 300 Ziele getroffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, zivile Seeleute und Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus durchquerten. Die Durchfahrt von Handelsschiffen durch diesen wichtigen internationalen Seeweg werde fortgesetzt, hieß es weiter.

Seit Anfang Mai hätten die US-Streitkräfte dazu beigetragen, die erfolgreiche Durchfahrt von mehr als 800 Handelsschiffen und 400 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, teilte Centcom mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. (dpa)

Revolutionsgarden: Haben US-Militärbasen angegriffen

Irans Revolutionsgarden (IRGC) haben sich zu Angriffen auf US-Militärbasen in mit den USA verbündeten Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Die Revolutionsgarden behaupteten, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden angebliche Versuche der USA, dem Oman „seinen Willen aufzuzwingen“. Unter anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur „illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus“ angestiftet. Die sei durch die Reaktion der iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste des Irans angegriffen. Die „fortgesetzte Aggression“ der USA werde zu „noch schärferen Reaktionen“ führen, hieß es in der Mitteilung weiter. (dpa)

Besatzung verlässt brennendes Schiff vor Oman

Die Besatzung eines Containerschiffs hat nach einem Brand an Bord vor der Küste Omans das Schiff verlassen. Die Seeleute seien in einem Rettungsboot, teilt die britische Seefahrtsbehörde UKMTO mit. Militärbehörden hatten gemeldet, das Schiff sei neun Seemeilen östlich von Oman am Heck beschädigt worden, was zu einem Feuer geführt habe. (rtr)

Iran verkündet Sperrung von Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden haben am Sonntag die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus verkündet. Dies gelte „bis auf Weiteres“, meldeten iranische Staatsmedien unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Zuvor hätten sie Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ befahren habe. Das US-Militär startete daraufhin neue Angriffe auf den Iran.

Das Schiff sei von Warnschüssen getroffen und angehalten worden, erklärten die Revolutionsgarden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Das Schiff habe wiederholt Anweisungen zur Nutzung eines genehmigten Schifffahrtskorridors ignoriert.

Nach diesem Vorfall werde die Straße von Hormus „bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt, keinem Schiff wird die Durchfahrt gestattet“, erklärten die Revolutionsgarden. Sie drohten zudem mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Golfregion.

Das US-Militär erklärte hingegen, die iranischen Revolutionsgarden hätten ein unter der Flagge Zyperns fahrendes Containerschiff in der Straße von Hormus angegriffen.

Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region geherrscht. In der Nacht zum Mittwoch aber begannen die USA wieder mit massiven Angriffen auf den Iran, US-Präsident Trump erklärte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause für beendet.

Am Samstag noch empfing Omans Außenminister Badr al-Busaidi seinen iranischen Kollegen Abbas Araghtschi, um über die Straße von Hormus zu sprechen. Das iranische Staatsfernsehen meldete, beide hätten Meinungen über „geeignete Mechanismen zur Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von Schiffen ausgetauscht“. Der omanischen Nachrichtenagentur ONA zufolge vereinbarten beide Seiten, die Gespräche „auf technischer und politischer Ebene“ fortzusetzen. (afp)

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