Rohstoffgipfel der USA: Das Ziel ist eine Allianz gegen China

Es hat Top-Priorität für die US-Regierung, betonte US-Außenminister Marco Rubio. Gemeint war die Diversifizierung der Versorgungskette im Bereich der seltenen Erden und anderer wichtiger Rohstoffe. Aktuell dominiert China diesen Markt. Diese Abhängigkeit ist nicht nur ein potenzielles Versorgungsproblem, sondern auch eine geopolitische Waffe. Deshalb hatten die USA am Mittwoch zu einem Ministertreffen eingeladen.

Vertreter von insgesamt 54 Ländern, darunter Deutschland, sowie der Europäischen Union kamen in Washington zusammen, um sich gemeinsam über Lösungsansätze auszutauschen. Ganz oben auf der Agenda: Investitionen, Preisstabilität und eine schnellere Umsetzung von Projekten. „Wir sind uns bewusst, dass dies eine globale Herausforderung ist, die eine globale Antwort braucht“, sagte Rubio während einer Pressekonferenz.

Die USA wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Erst am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die USA einen Vorrat an kritischen Rohstoffen aufbauen wollen. Insgesamt 12 Milliarden US-Dollar stehen dafür bereit. Auch haben die USA im vergangenen Jahr Anteile an mehreren Rohstoff-Unternehmen erworben.

A wie Aluminium bis Z wie Zink

Von den 60 Rohstoffen, die die US-Regierung 2025 als bedeutsam eingestuft hatte – von Aluminium über Lithium bis Zink – werden über ein Dutzend gar nicht in den USA abgebaut. Seltene Erden sowie andere kritische Rohstoffe seien jedoch die Bausteine einer modernen Welt, sagte Trumps Berater für globale Lieferketten, David Copley. Ohne sie würden moderne Technologien wie die künstliche Intelligenz, Robotik, präzise Waffensystem und selbstfahrende Autos gar nicht funktionieren.

Am Ende des Tages unterzeichneten die USA 11 neue bilaterale Rohstoffabkommen, mit Ländern wie Argentinien, Marokko oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Insgesamt hat Trump in seiner zweiten Amtszeit damit 21 solcher Abkommen geschlossen.

Der Versuch der US-Regierung, eine globale Allianz gegen China auf die Beine zu stellen, ist laut Experten ein „Schritt in die richtige Richtung“. Aber der „Teufel steckt wie bekanntlich im Detail“, erklärte Abigail Hunter von der Organisation Safe im Gespräch mit der taz. Und es wird lange brauchen, die chinesische Dominanz zu brechen. „Es wird sich über mindestens ein, zwei Jahrzehnte hinziehen, denn wenn man neue Bergbauprojekte startet, produziert man in der Regel erst nach 10 bis 15 Jahren in vollem Umfang“, sagte Tom Moerenhout, Direktor der Critical Materials Initiative an der Columbia University in New York.

Deutschland will mitmischen

Aus Deutschland war Staatssekretär Florian Hahn beim Treffen dabei. In einem Post auf der Plattform von Elon Musk, X, erklärte Hahn, dass seltene Erden und andere kritische Rohstoffe sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit als auch für nationale Sicherheit unabdingbar seien. „Deshalb bin ich beim Ministertreffen für kritische Rohstoffe mit US-Außenminister Rubio, und deshalb ist Außenminister Johann Wadephul in Australien!“, hieß es in dem Post.

Wesentlicher Aspekt bei der Debatte um die Rohstoffe ist die Wirtschaftlichkeit. Damit auch der Privatsektor mitzieht, braucht es laut Experten mehr Stabilität. Auch eine Preisuntergrenze für die einzelnen Rohstoffe steht zur Debatte. Die USA plädieren für beides, doch da am Mittwoch kein Rahmenabkommen vorgestellt wurde, scheint es in diesen Aspekten noch Meinungsverschiedenheiten zu geben.

Die Diskussion über weitere politische Maßnahmen und Partnerschaften rund um kritische Rohstoffe sollen in einem neuen Forum mit dem Namen Forge geführt werden. „Das Ziel von Forge ist es, die Zusammenarbeit zu fördern und ein Netzwerk von Partnern auf der ganzen Welt aufzubauen“, sagte Rubio.

  • informationsspiegel

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