Ukrainischer Präsident: Selenskyj wirbt für „größte Armee Europas“

Der ukrainische Präsident fordert erneut eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes. Lieferungen für ukrainische Luftverteidigung kämen „in letzter Minute“.

Selenskyj wirbt bei Nato für „größte Armee Europas“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert erneut eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes. Die ukrainsche Armee sei die stärkste Europas, sagt Selenskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz. „Es wäre nicht schlau, die größte Armee Europas aus der Nato herauszulassen“, betont er. „Aber stellen Sie sicher, dass dies Ihre Entscheidung sein wird und nicht Putins“, fügt er an die Adresse der Nato-Staaten hinzu. (rtr)

Lieferungen für ukrainische Luftverteidigung kommen „in letzter Minute“

Selenskyj hat weiterhin die westlichen Verbündeten zu rascheren Waffenlieferungen aufgefordert. „Manchmal gelingt es uns, neue Raketen für unsere Patriots oder Nasams erst kurz vor einem Angriff und manchmal sogar nur im allerletzten Moment bereitzustellen“, sagte er am Samstag unter Verweis auf zwei von Deutschland und Norwegen gelieferte Luftabwehrsysteme.

Der ukrainische Präsident bedauerte zudem, dass sich die Waffen schneller entwickelten als die politischen Bemühungen zur Beendigung der russischen Invasion. „Waffen entwickeln sich schneller als politische Entscheidungen, die sie stoppen sollten“, sagte der ukrainische Präsident. So seien die von Russland genutzten iranischen Schahed-Drohnen im Verlauf des bald vier Jahre dauernden Krieges in ihrer Wirkung immer folgenschwerer geworden.

Selenskyj verwies in seiner Rede auch auf die Schäden, welche die fortgesetzten russischen Angriffe an der Energieinfrastruktur seines Landes anrichten. „Die meisten Angriffe zielen auf unsere Kraftwerke und andere wichtige Infrastrukturen ab, und es gibt kein einziges Kraftwerk in der Ukraine mehr, das nicht durch die russischen Angriffe beschädigt wurde“, sagte Selenskyj. (afp)

Bedingungen für Kreditprogramm gelockert

Die Ukraine und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich nach Angaben von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko auf eine Lockerung von Bedingungen für ein neues Kreditprogramm im Volumen von 8,2 Milliarden Dollar geeinigt. Die Regierung erwarte, dass der IWF-Verwaltungsrat das Programm bei seiner nächsten ‌Sitzung behandeln werde, erklärt die Regierungschefin. Die Zustimmung sei ein entscheidender Anker für weitere internationale Finanzhilfen für die Ukraine, darunter ein Darlehen der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro. (rtr)

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