Konsequenzen aus dem Irankrieg: Flugverzicht gegen die Ölkrise

Wer nicht unbedingt fliegen muss, sollte nun darauf verzichten, damit der Ölverbrauch sinkt. Die Bundesregierung muss mit gutem Beispiel vorangehen.

D ie Bundesregierung muss wegen der Ölkrise an die Bevölkerung appellieren, auf nicht unbedingt nötige Flüge zu verzichten. Der Staat sollte mit gutem Beispiel vorangehen, indem er Flugreisen für Beamte und Kabinettsmitglieder stärker begrenzt. Bahn fahren oder Videokonferenzen – das geht auch.

Denn die Welt muss angesichts des Irankriegs Rohöl einsparen. Sollten die Ölpreise weiter so hoch bleiben, wird die Inflation auch in Deutschland nochmal zunehmen, die Wirtschaft könnte schrumpfen, die Arbeitslosenquote steigen. Umso wichtiger ist es, den Ölverbrauch dort zu senken, wo es vergleichsweise leicht fällt. Der Luftverkehr gehört dazu. Schließlich werden bisher laut Internationaler Energieagentur (IEA) weltweit rund 7 Prozent des Rohöls für Kerosin verbraucht.

Gleichzeitig ist ein großer Teil des Flugverkehrs verzichtbar. Das Gros der in diesem Sommer geplanten Starts hierzulande geht dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zufolge nach Spanien, in die Türkei, nach Italien und Griechenland. Die Mehrheit der Passagiere dürften Urlauber sein. Sie könnten ihre Ferien auch im Inland oder in Nachbarstaaten verbringen, die sich gut mit der Bahn erreichen lassen.

=”” span=””>

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

=”” div=””>

Inlandsflüge haben immer noch einen Anteil von 14 Prozent. Selbst die Strecke Berlin-Stuttgart schafft der ICE in etwa 5 bis 6 Stunden, in denen sich auch gut im Zug arbeiten lässt. Innerdeutsche Flüge sollten gerade während einer Ölkrise stark reduziert werden.

Hände weg vom Emissionshandel

Auf keinen Fall darf die Politik dagegen Forderungen der Flugbranche nachgeben, den Emissionshandel im EU-Luftverkehr einzuschränken. Die Fliegerei ist für mehr als 3 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes in der Europäischen Union verantwortlich. An diesem Problem hat sich durch den Irankrieg nichts geändert. Die Emissionen der Jets ließen sich verhältnismäßig leicht senken, weil sie eben zu einem großen Teil Luxus sind. Etwa in Frankreich statt in Indonesien zu urlauben, mindert die Lebensqualität kaum.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Vorschläge zur Rentenreform: Rentenkommission will Minijobber feuern
    • June 23, 2026

    Die Rentenkommission der Regierung will Minijobs streichen. Gewerkschaften und Mitte-Links-Parteien fordern das schon länger. Es gibt aber Fallstricke. mehr…

    Weiterlesen
    Vorschläge der Rentenkommission: Minijobs gehören abgeschafft
    • June 23, 2026

    Minijobs sind gut für Ar­beit­neh­me­r:in­nen und notwendig für Unternehmen? Nein. Sie sorgen für Altersarmut und spülen kaum Geld in die Rentenkasse. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Vorschläge zur Rentenreform: Rentenkommission will Minijobber feuern

    • 0 views
    Vorschläge zur Rentenreform: Rentenkommission will Minijobber feuern

    Vorschläge der Rentenkommission: Minijobs gehören abgeschafft

    • 0 views
    Vorschläge der Rentenkommission: Minijobs gehören abgeschafft

    Vernetzung unter extrem Rechten: Brandherd Österreich

    • 0 views
    Vernetzung unter extrem Rechten: Brandherd Österreich

    75 Jahre Goethe-Institut: Das Institut der Vielen

    • 0 views
    75 Jahre Goethe-Institut: Das Institut der Vielen

    Starbucks in Südkorea: Nachhilfe in Demokratie

    • 0 views
    Starbucks in Südkorea: Nachhilfe in Demokratie

    Buch über Abweisung vertriebener Juden: Im Niemandsland

    • 0 views
    Buch über Abweisung vertriebener Juden: Im Niemandsland