Kriegsziele der USA im Iran: Eine andere Hausnummer

Bei seinem Angriffskrieg gegen den Iran hatte Trump anfangs wohl seinen Erfolg in Venezuela als Vorbild vor Augen. Nun sucht er nach einem Ausweg.

E inen Monat nachdem die USA und Israel ihren völkerrechtswidrigen Krieg gestartet haben, sind die Folgen für die iranische Bevölkerung verheerend. Mehr als 1.900 Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet, Tausende zivile Gebäude zerstört und Kraftwerke beschädigt, mehr als drei Millionen Menschen sind laut UNHCR innerhalb des Landes auf der Flucht vor den Bomben. Das Internet im Iran ist seit Wochen abgeschaltet, was die Unsicherheit verstärkt. Eine Befreiung sieht anders aus.

Der anfängliche Jubel mancher Iraner in der Diaspora, die sich vom Angriffskrieg einen Sturz des Regimes erhofft haben, ist verstummt. Denn das Regime hat sich konsolidiert, und die „Regime Change“-Fantasien der Falken in Washington und Israel sind offenbar vom Tisch. US-Präsident Trump brüstet sich, man habe bereits 13.000 Ziele bombardiert und noch ein paar Tausend Ziele vor sich und macht keinen Hehl daraus, dass es ihm vor allem um Irans Öl geht.

Dabei setzt er auf seinen gewohnten Mix aus Drohungen und Gesprächsangeboten, um einen für sich günstigen „Deal“ zu erpressen. Einerseits droht er Iran mit dem Einmarsch durch US-Soldaten und damit, die Ölinsel Charg und alle Kraftwerke im Iran zu „vernichten“. Andererseits behauptet er, es habe in Iran bereits einen „Regimewechsel“ gegeben, und die Verhandlungen mit dessen Vertretern in Pakistan kämen „sehr gut“ voran.

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Trump hatte wohl gehofft, seinen Erfolg in Venezuela wiederholen zu können, wo er nach der Entführung von Staatschef Maduro mit dessen Nachfolgern rasch ins Geschäft gekommen war. Doch er hat unterschätzt, dass Iran eine ganz andere Hausnummer ist. Nun sucht er nach einem Ausweg. Die schlechte Nachricht: Wenn der Krieg jetzt endet, drohen in Iran weitere Verhaftungswellen, weitere Hinrichtungen und weitere Repression. Doch echter Wandel kann nicht von außen herbeigebombt werden, sondern nur von innen kommen. Bleibt zu hoffen, dass einige Zeit nach dem Krieg die Voraussetzungen dafür wieder günstiger sind.

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