Im Maghreb herrscht kalter Krieg. Wer in diesem Minenfeld verlässliche Partner sucht, muss mehr investieren als eine Stippvisite.
A uf der Suche nach neuen Energiepartnern ist die Bundesregierung in Nordafrika fündig geworden. Bei seinem Besuch in Algier bekam Außenminister Johann Wadephul das Versprechen weiterer Gaslieferungen, die Deutschlands derzeit nur zur Hälfte gefüllten Speicher vor dem Winter auffüllen sollen.
Wadephul wurde von Präsident Tebboune empfangen, in Tunis am Vortag von Kais Saied. Dass ein Außenminister von Staatsoberhäuptern empfangen wird, ist eher unüblich. Aber auf beiden Seiten des Mittelmeers will man die Funkstille beenden. Seit Beginn des israelischen Einmarsches in Gaza lagen Projekte wie die hoffnungsvoll begonnenen Wasserstoffpartnerschaft mit Tunesien auf Eis.
Beide Kurzvisiten waren von geradezu harmonischer Atmosphäre geprägt. Die ist auch nötig, hatte man doch aufseiten der Gastgeberländer den Glauben an den Westen als verlässlichen Partner verloren. Nun will Saied von Deutschland ein verbessertes Antimigrationsabkommen, also mehr Geld im Gegenzug für das Stoppen von Migranten.
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Algerien ist ein zwar wichtiger Gaslieferant für Europa – aber auch der erste Kunde von Russlands neuem Tarnkappenbomber Suchoi Su-57 und eng mit dem Kreml liiert.
Im Maghreb herrscht kalter Krieg. Wer in diesem Minenfeld verlässliche Partner sucht, muss mehr investieren als eine Stippvisite. Nur ein paar Beispiele: In Tunesien und Marokko hält die US-Armee alljährlich Manöver mit afrikanischen Partnern ab. Algerien wiederum ist einer der schärfsten Kritiker der israelischen Regierung und Erzfeind Marokkos, das im Gegenzug für die Normalisierung der Beziehungen mit Israel von dort mit High-Tech-Waffensystemen ausgerüstet wird.
Eine Woche nach dem Besuch von Spaniens Premier Sanchez in Algier begann der orchestrierte Ansturm auf Ceuta. Für das Auffüllen der Gasspeicher dürfte Wadephuls Reise reichen. Doch soll Nordafrika eine Alternative für die Hormus-Route werden, ist eine außenpolitische Strategie nötig. Andere haben diese.
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