Geplante Kürzungen: Kinderarmut durch staatliches Handeln

W enn das Geld fehlt, dann muss gekürzt werden. Oder gleich ganz gestrichen. Etwas Besseres läge natürlich auf der Hand. Man könnte auch die Einnahmen erhöhen, zum Beispiel über die mehr als überfällige Milliardärssteuer. Aber das wäre ja Umverteilung von oben nach unten. Da müsste man sich ja was trauen. Oder besser noch: sich trauen wollen.

Da sich in Deutschland aber keine Regierung trauen wollen wird, solange entweder CDU/CSU oder die FDP an ebendieser beteiligt sind, bleibt es also beim herkömmliche Konzept: zusammenstreichen, wo immer es geht, bei denen, die wirklich drauf angewiesen sind.

Anders kann man die Kann-weg-Liste nicht bezeichnen, die eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Gemeinden zusammengeklaubt hat. Bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen sollen locker mal eben 8 Milliarden Euro weg.

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Dabei ist das nicht nur sozial unausgewogen – oder sagen wir besser: himmelschreiend ungerecht. Es ist auch noch kurzsichtig. Denn jeder Cent, der zum Beispiel auch nur irgendwie bei Kindern und Jugendlichen gekürzt wird, wird langfristig zusätzliche Kosten für die Gesellschaft verursachen. Einfach, weil Familien ohne Geld an der Bildung ihrer Kinder sparen müssen. Und das gilt erst recht, wenn den vielen Alleinerziehenden, die eh schon unter der Armutsgrenzen leben, auch noch die Unterstützung gestrichen wird.

Denn die angedachte Streichung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende bedeutet nichts anderes, als dass Kinderarmut durch staatliches Handeln produziert oder sogar noch verschärft wird.

Natürlich sind die eigentlichen Verursacher vor allem die vielen Väter, die es nicht gebacken kriegen wollen, für ihre Kinder aufzukommen. Aber wenn Bund, Länder und Gemeinden nun dafür die Mütter und ihren Nachwuchs büßen lassen, trifft das die Falschen.

Zudem ist es gesellschaftlich gesehen auch noch äußerst kurzsichtig. In den vergangenen 5 Jahren ist die Zahl der Geburten um dramatische 20 Prozent zurückgegangen. Dass ein solcher Geburtenknick Probleme über Jahrzehnte produziert, sollte angesichts der aktuellen Rentendebatte jedem bewusst sein. Die notwendige Konsequenz wären rote Teppiche für alle, die noch Kinder in die Welt setzen wollen. Aber langfristiges Denken über Jahrzehnte voraus ist offenbar leider noch unmöglicher als eine Umverteilung von oben nach unten.

  • informationsspiegel

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